Empathisch sein: Das solltest du wissen

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Empathisch sein - das solltest du wissen!

Empathisch sein heißt im Idealfall einfühlsam sein, sozial, selbstreflektiert, gut zuhören können…

Aber was ist, wenn du als empathischer Mensch in unserer lauten, schnellen Welt einfach überfordert bist? Was, wenn du deine Empathie unbewusst als Last empfindest? Wenn du das Gefühl hast, irgendwie nicht dazuzugehören? Anders zu sein? Wenn du dir Taktiken zugelegt hast, um zu funktionieren? Wenn du dir einen Schutzpanzer gebaut hast, um nicht so viel um dich herum zu spüren?

Dann ist es plötzlich nicht mehr so weit her mit der Sensibilität, mit der Geduld, mit dem Mitgefühl – oder welche Attribute sonst noch mit Empathie verknüpft werden. Dann ist man vielleicht wankelmütig, leidet unter Schwingungsschwankungen, ist scheu und zurückgezogen.

Weil man sich seiner Gabe nicht bewusst ist. Weil man vielleicht schon sehr früh begonnen hat, sich den anderen anzupassen. Weil man seine Feinfühligkeit versteckt hat.

Ich habe lange gedacht: Ich kann doch gar nicht empathisch sein – da müsste ich ja viel mehr von anderen Menschen spüren? Und doch wurde mir genau das immer wieder von Menschen in meinem Umfeld attestiert – dass ich so empathisch sei.

Irgendwann habe ich dann verstanden: Ja, unter ganz viel Schutzmechanismen versteckt sich meine innere Empathin. Ja, unter dicken Schichten fremder Gefühle und Energien, die ich mir zu eigen gemacht habe, da ist ein feinfühliger Kern.

Und ja, ich spüre ganz viel – ohne zu merken, dass es die Energien, Gefühle oder sogar körperlichen Zustände anderer Menschen sind. Weil mein Körper gewohnt war, sie anderen quasi abzunehmen. Weil ich immer gedacht habe, dass das meine eigenen Gefühle oder Schmerzen sind.

Wie du erkennst, ob du empathisch bist – obwohl du dich auf den ersten Blick vielleicht nicht so fühlst – erfährst du in diesem Blogartikel. Das sind typische Zeichen, so wie ich sie erlebt habe:

Empathische Menschen sind wie ein Schwamm

Wir Empath:innen nehmen die Gefühle anderer Menschen wahr, als wären sie unsere eigenen. Das kann sich großartig anfühlen, wenn du mit sehr spirituellen, weit entwickelten Menschen zu tun hast. Das kann aber auch sehr stressig und unangenehm sein, wenn du gerade in der U-Bahn bis oder auf einer belebten Einkaufsstraße.

Das Problem dabei:
Wir merken das meistens gar nicht. Die Gefühle sind einfach da. Und wir glauben, dass es unsere eigenen sind.

Das kannst du tun:
Wenn du dich plötzlich unwohl fühlst, wenn du aus heiterem Himmel traurig oder wütend bist, frag dich: Ist das wirklich meins? Wenn du kein klares Ja in dir spürst, dann ist es schon ein Nein! Und dann schick es einfach zurück an den Absender. Du musst nicht wissen, wer das ist – es reicht deine Absicht. Sag dir einfach: Ich schicke dieses Gefühl, diese Energie zurück an den Absender.
Damit schadest du dieser Person nicht – die hat sich diese Energie nämlich ziemlich sicher schon wieder neu kreiert.

Wenn du schlecht gelaunt bist, bin ich auch schlecht gelaunt

Vielleicht kennst du das: Deiner Partner:in ist eine Laus über die Leber gelaufen oder sie ärgert sich über den Chef. Und plötzlich steigst du mit ein in ihre Geschichte, regst dich auf, so als wäre es dein eigenes Thema.

Das Problem dabei:
Meistens hilft das weder dir noch der anderen Person – ihr seid dann beide mitten drin im Drama. (Glücklicherweise klingt das irgendwann auch mal wieder ab.) Manchmal glauben wir dann auch, für den anderen eine Lösung finden zu müssen (mein lieber Mann kann ein paar Liedchen davon singen…). Dass wir den anderen in dem Moment bevormunden, merken wir dabei gar nicht.

Das kannst du tun:
Wenn du merkst, dass auch deine Emotionen hochkochen, dann geh mal in die Position des neutralen Beobachters. Schau dir an, was da gerade abgeht, ohne dich mit hineinziehen zu lassen. Der andere darf ruhig seinen Ärger ausleben oder traurig sein – aber du musst seine Geschichte nicht zu deiner machen.
Und ganz wichtig: Du kannst die Situation nicht für den anderen lösen. Das darf er gerne selber machen.

Was du willst, das will ich auch

Wir Empath:innen sind darauf trainiert, die Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen und zu erfüllen. Weil wir ja intuitiv wahrnehmen, wie es dem anderen geht. Wir stellen also die Bedürfnisse der anderen über unsere eigenen.

Das Problem dabei:
Wir verlieren uns selbst, wir nehmen uns selbst nicht mehr wahr. Empathische Menschen kennen daher oft ihre eigenen Bedürfnisse nicht – weil sie sich unbewusst über ihr Gegenüber definieren anstatt über sich selbst. Wir bestellen in einem Lokal dann einfach das, was andere bestellen. Weil wir gar nicht spüren, worauf wir selber eigentlich Lust haben.

Das kannst du tun:
Fühl in dich rein: Ist das wirklich mein eigener Wunsch, mein eigenes Bedürfnis? Was möchte ICH eigentlich? Was würde MIR jetzt so richtig Freude machen? Wo lacht mein Herz?

Empathische Menschen tun sich schwer, Grenzen zu setzen

Weil wir die anderen so stark wahrnehmen, merken wir natürlich auch sofort, wenn wir ihnen auf den Schlips getreten sind. Wir fühlen uns unwohl, wenn wir etwas tun oder sagen, was anderen nicht so schmeckt. Oft haben Empath:innen daher ein großes Harmoniebedürfnis. Nach dem Motto: Geht’s dir gut, dann geht’s mir auch gut.

Das Problem dabei:
Wir trauen uns nicht, für uns selbst einzustehen. Unbewusst setzen wir aber trotzdem oft Grenzen: Nicht selten strahlen Empath:innen eine gewisse Unnahbarkeit aus – weil sie sich unbewusst abgrenzen, um nicht von den Gefühlen der anderen überrollt zu werden.

Ich kenne das gut von mir selbst: Im Lauf der Zeit habe ich mir einen Schutzwall aufgebaut – energetisch und auch körperlich. Weil mir das alles zu viel war. Weil ich mit den vielen verschiedenen Energien nicht umgehen konnte. Weil ich es einfach nicht mehr spüren wollte. Irgendwann habe ich wieder gelernt, auf mich zu schauen. Meinen Panzer brauche ich jetzt nicht mehr.

Das kannst du tun:
Grenzen setzen, und zwar bewusst! Erlaube dir ganz bewusst, dir deinen eigenen Raum zu nehmen – und den anderen ihren Raum zu geben.

Empathische Menschen sind zurückhaltend

Lange sagen sie nichts – weil sie unbewusst die Reaktion des anderen fürchten.

Das Problem dabei:
Sie sind so lange oberflächlich geduldig, bis… ihnen irgendwann der Kragen platzt. Das kann dann richtig explosiv werden und ist nicht immer sehr liebevoll. (Wenn du das aus der anderen Warte kennst: Nimm es uns bitte nicht übel – wir schämen uns danach oft für diese Ausbrüche.)

Das kannst du tun:
Höre gut auf dich selbst. Wenn du wahrnimmst, dass dir etwas gegen den Strich geht, dann sprich über deine Gefühle. Du kannst das dann zum Beispiel so formulieren: Das macht mich traurig/wütend. Ich wünsche mir…

Empathische Menschen haben hohe innere Werte

Harmonie, Mitgefühl, Glück, Freude, Freundlichkeit – das ist uns wichtig. Äußere Werte wie Geld, Luxusartikel oder schnelle Autos empfinden wir oft als oberflächlich.

Das Problem dabei:
Wir verschenken unsere Gaben. Viele empathische Menschen arbeiten in Heilberufen, als Therapeut:innen, Energetiker:innen oder Sozialarbeiter:innen. Dabei tun wir uns oft schwer, einen angemessenen Beitrag für unsere Dienste an den Menschen zu verlangen – weil es für uns ja selbstverständlich ist, anderen zu helfen.

Das kannst du tun:
Steh für dich ein! Das Thema Selbstwert spielt hier eine ganz große Rolle. Wenn du deinen Wert selbst nicht siehst, wie sollen die anderen ihn erkennen? Mein Tipp: Schreib dir einmal eine Liste, was du in deinem Leben schon alles gemacht hast – du wirst erstaunt sein! Setz dich hin und schau dir an, welche Ausbildungen du gemacht hast, welche Hürden du bewältigt hast, welche Fähigkeiten du dir angeeignet hast. Und dann feiere dich dafür!

Empathische Menschen sind vielseitig und kreativ

Viele Empath:innen sind sehr vielseitig und haben viele Ausbildungen. Oft findet man unter emathischen Menschen so richtige Kurs-Junkies und Bücherwürmer. Wir machen ständig Fortbildungen und entwickeln uns weiter. Wir saugen eben auch Wissen auf wie ein Schwamm.

Das Problem dabei:
Wir verlieren uns im Außen. Und da wird es immer etwas geben, was wir noch nicht kennen, was neu für uns ist – was wir unbedingt auch noch lernen müssen. Und schon ist der nächste Kurs gebucht, das nächste Buch bestellt… (Ich höre meinen Mann jetzt ganz tief seufzen…)

Das kannst du tun:
Richte deine Aufmerksamkeit nach innen und frag dich: Was ist eigentlich in mir? Welche Qualitäten, welche Kompetenzen bringe ich mit? Wo kann ich meiner inneren Weisheit folgen?

Empathische Menschen ändern immer wieder ihre Meinung

Wir nehmen die Energien unseres Umfelds stark wahr und passen uns an oft unsere Umgebung an. Das gilt auch für die Überzeugungen und Meinungen anderer.

Das Problem dabei:
Wir zweifeln an uns selbst an. Weil wir heute so denken und morgen vielleicht schon wieder ganz anders. Weil wir uns leicht von anderen beeinflussen lassen.

Das kannst du tun:
Schau dir deine Meinungen und Prinzipien einmal genauer an: Stehe ich tatsächlich voll dahinter? Ist mir das wirklich wichtig? Meine Lieblingsfrage dazu stammt aus Katie Byrons „The Work“: Kann ich zu 100% wissen, dass es wahr ist? Wenn nicht, dann lass es einfach los.

Was noch wichtig ist für empathische Menschen

  • Rückzug!
    Erst wenn du mir dir alleine bist, kannst du feststellen: Ah, so fühle ICH mich eigentlich an.
  • Reinigung und Klärung:
    Im Lauf unseres Lebens haben wir Empath:innen viele fremde Energien und Gefühle in uns aufgenommen und oft zu unseren eigenen gemacht. Dazu gehören auch Geschichten oder Meinungen, die wir anderen Menschen abgekauft haben. Die gilt es zu reinigen und Stück für Stück abzutragen – damit du Klarheit gewinnst und zu deinem eigenen Kern kommst.
  • Reinige täglich dein Energiefeld, so wie du auch deinen Körper reinigst. Am besten vor dem Schlafen gehen.
  • Lerne zu unterscheiden, was deins ist und was nicht. Es gibt verschiedenste Wahrnehmungsübungen, die dir dabei helfen. In meinem Programm Returning Home habe ich diesem Thema ein ganzes Modul gewidmet.
  • Nimm dich selbst wahr!
    Mir haben dabei angeleitete Meditationen sehr geholfen, die mich in meinen Körper geführt haben. Wenn du magst, kannst du dir mein Geschenk holen: Ein Audio zum Download für dich, in dem wir gemeinsam deine eigene Energie in dich eingießen, bis du komplett damit ausgefüllt bist.
Raus aus dem Kopf - rein in den Körper! 5 Minuten Urlaub für deinen Kopf

  • Du darfst lernen auszuhalten, dass andere nicht immer deiner Meinung sind. Dass du Nein sagen darfst. Dass du nicht überall dabei sein musst.
  • Tausche dich mit anderen empathischen Menschen aus, die dich verstehen. Manchmal reagiert unser direktes Umfeld mit Unverständnis, weil es nicht so ganz nachvollziehen kann, was in uns vorgeht.
  • Sei gnädig mit dir selbst!
    Nur wenn du dich selbst mit liebevollen Augen anschaust, kannst du auch die Welt liebevoll betrachten – und aus deinem Herzen heraus empathisch sein.

Wie erlebst DU es, empathisch zu sein in unserer heutigen Welt? Schreib mir das gern in die Kommentare!

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Wanda Scheibenreif

    Liebe Gunda !
    Das ist ein wunderbarer , nachdenklicher Beitrag , der wirklich zum nachdenken und spüren anregt.
    Liebe Grüße
    Wanda😘

    1. Gunda Hagmueller-Wieninger

      Danke, liebe Wanda, das freut mich sehr! 💗

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